JPG, PNG oder WebP? So wählst du das richtige Bildformat
2026-07-20
Viele komprimieren ein Bild, sehen kaum eine Veränderung und halten das Werkzeug für kaputt. Meist hat es korrekt gearbeitet — nur war das Format für diesen Zweck falsch gewählt. Die richtige Wahl bringt oft mehr als jeder Qualitätsregler.
Der entscheidende Unterschied
Jedes Bildformat arbeitet entweder verlustbehaftet oder verlustfrei.
Verlustbehaftete Formate verwerfen dauerhaft Bildinformationen, die das Auge kaum bemerkt — vor allem feine Farbabstufungen. Die Datei wird deutlich kleiner, und die verworfenen Details sind unwiederbringlich weg. So arbeiten JPG und WebP.
Verlustfreie Formate schreiben die Daten lediglich effizienter, ohne etwas wegzuwerfen. Jedes Pixel bleibt exakt erhalten, dafür bleiben die Dateien größer. So arbeitet PNG.
Damit erklärt sich das häufigste Missverständnis: Einen PNG-Screenshot mit „50 % Qualität" zu komprimieren bewirkt fast nichts, weil PNG gar keinen Qualitätsregler kennt.
Wann welches Format
JPG — Fotos. Alles mit weichen Farbverläufen: Gesichter, Landschaften, Essen, Produktaufnahmen. Genau dafür wurde JPG entwickelt, und bei gleicher Dateigröße ist es hier unschlagbar. Für Screenshots und Logos dagegen ungeeignet.
PNG — Screenshots, Logos, Diagramme, alles mit harten Kanten oder Text, und alles was Transparenz braucht. JPG kann Transparenz überhaupt nicht speichern und verwischt Schrift zu sichtbarem Grieß. Ein als JPG gespeicherter Screenshot sieht merklich schlechter aus als derselbe als PNG — oft bei größerer Datei.
WebP — die moderne Option, die beides kann. Verlustbehaftet und verlustfrei, mit Transparenz, und bei vergleichbarer Qualität typischerweise 25 bis 35 Prozent kleiner als JPG. Alle aktuellen Browser unterstützen es. Der Haken liegt außerhalb des Browsers: Ältere Desktop-Programme und manche Upload-Formulare lehnen WebP noch ab. Wenn die Datei weitergereicht wird, behalte eine JPG-Fassung.
Kurzfassung:
| Du hast | Nimm | Warum |
|---|---|---|
| Foto fürs Web | WebP, ersatzweise JPG | Verlustbehaftet passt zu Verläufen |
| Screenshot | PNG | Schrift bleibt scharf |
| Logo mit Transparenz | PNG oder WebP | JPG kann keine Transparenz |
| Foto zum Drucken | JPG ab 90 % | Im Druck fallen Artefakte auf |
Was der Qualitätswert bewirkt
Bei verlustbehafteten Formaten steuert er, wie aggressiv Daten verworfen werden. Der Zusammenhang ist nicht linear, was viele überrascht.
- 90–100 % — praktisch nicht vom Original zu unterscheiden, aber große Dateien. Für Druck.
- 75–85 % — der beste Bereich. Die meisten Fotos sehen am Bildschirm identisch aus, bei etwa einem Drittel der ursprünglichen Größe.
- 60–70 % — bei genauem Hinsehen erkennbar, für Messenger und Vorschaubilder völlig ausreichend.
- Unter 50 % — deutliche Blockartefakte an Kanten und in gleichmäßigen Flächen wie Himmel.
Beginne bei 80 und geh nur tiefer, wenn es sein muss.
Der Fehler, der Bilder unbemerkt ruiniert
Komprimiere niemals eine bereits komprimierte Datei erneut. Jeder verlustbehaftete Durchgang wirft Daten auf Basis dessen weg, was der vorige übrig gelassen hat — die Artefakte summieren sich. Ein dreimal mit 70 % gespeichertes Foto sieht spürbar schlechter aus als dasselbe Foto einmal mit 50 % gespeichert, obwohl die Zahl höher klingt.
Geh für eine andere Größe immer zurück zum Original. Das erklärt auch, warum Bilder nach mehreren Messenger-Weiterleitungen so matschig aussehen: Jede App hat neu kodiert.
Ausprobieren
Bilder komprimieren zeigt die Ausgabegröße live beim Verschieben des Reglers, sodass du den Punkt findest, an dem die Datei schrumpft, das Bild aber noch trägt. Wenn du das Format wechseln willst statt nur die Größe, erledigt Bild konvertieren den Wechsel zwischen JPG, PNG, WebP und rund zwanzig weiteren.
Beides läuft vollständig im Browser. Es wird nichts hochgeladen — und damit gibt es auch keine Größenbegrenzung außer der deines eigenen Geräts.